Where Logic Softens
Where Logic Softens
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Es gibt einen Moment, irgendwo zwischen Wachen und Träumen, wo Gewissheit beginnt sich aufzulösen. Where Logic Softens beginnt dort.
Eine klassische Marmorbüste, eine Form, die seit Jahrhunderten als Symbol für Vernunft, Ordnung und die Beständigkeit des Denkens steht, wird im stillen Akt des Anderswerdens gezeigt. Ihre Konturen weichen auf. Ihre starre Fassung gibt nach. Und in der Stirn steht eine Schublade offen, als sei der Geist selbst angelehnt gelassen worden, als sei der Gedanke still ins Dunkel hinausgewandert.
Das Bild trägt die gefasste Logik eines Traums. Es verdankt der surrealistischen Tradition etwas, dem Verständnis, dass die verstörendsten Bilder nicht chaotisch, sondern präzise sind. Die Büste zersplittert nicht. Sie schmilzt, mit Eleganz, mit Ruhe, mit der Würde von etwas, das beschlossen hat aufzuhören vorzugeben, fest zu sein.
Auf Acrylglas erscheint dieses Bild nicht durch Farbe, Tinte oder Druck. Es entsteht durch kontrollierte Oberflächenbeschädigung. Jeder kontrollierte Kratzer fängt das Licht anders ein und verschiebt die Figur zwischen Präsenz und beinahe-Verschwinden, je nachdem wo der Betrachter steht. Die filmische Seitenbeleuchtung, die die Komposition bestimmt, wird in diesem Medium zu etwas Lebendigem. Das Bild atmet mit Bewegung.
Aus der Ferne liest es sich als monumentales Porträt, gefasst und still. Aus der Nähe offenbart sich die Oberfläche als ein Feld von Spuren, geöffnet und bearbeitet. Die Illusion hält, zeigt dann ihre Struktur, hält dann wieder.
Where Logic Softens setzt die Art with Scratch-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bildsprache durch kontrollierte Oberflächenbeschädigung anstatt durch Pigment oder Druck aufgebaut wird. Keine Farbe. Keine Tinte. Keine Hinzufügung. Nur Entfernung. Nur Beschädigung, die zur Form wird. Eine visuelle Sprache, in der Beschädigung keine Zerstörung ist, sondern Struktur.
"Wo die Logik weicht, beginnt etwas Wahrhaftigeres an die Oberfläche zu kommen."
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