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Venus Rising From the Deep

Venus Rising From the Deep

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Im tiefblauen Spiegelglas wendet Venus ihr Gesicht dem Licht zu, und was ihren Blick erwidert, ist weder Farbe noch Druck, sondern ein Feld feiner Kratzer, die in der Oberfläche selbst gehalten werden. Ihr Profil, die Locke ihres Haars, die Linie ihrer Schulter und die zum Kinn erhobene Hand leben alle dort, wo die Oberfläche geöffnet wurde, um das Licht einzufangen. Überall sonst bewahrt das Glas sein Schweigen, und die Göttin tritt aus einem Blau hervor, das so tief ist, dass es wie das Meer wirkt, dem sie entstammt.

Dieses Blau ist kein Dekor, es ist der Mythos selbst, die Farbe des Wassers, aus dem Venus aufstieg, der Tiefe, von etwas Uraltem, das sich nie ganz beruhigt. Es trägt das gesamte Werk so, wie das Meer eine Geschichte trägt, die älter ist als jede einzelne Erzählung davon.

Keine Farbe, kein Druck, keine Tinte. Das Bild ist durch kontrollierte Oberflächenbeschädigung in die Oberfläche geritzt, ein Feld einzelner Spuren, das erst zu einem Gesicht und einer Geste wird, wenn es als Ganzes betrachtet wird. Aus der Nähe ist es Textur und Abrieb, von der anderen Seite des Raums ist es monumental, eine Figur, die mitten in einer Drehung in einem Korridor aus blauem Licht festgehalten wird.

Das Licht schafft dieses Bild nicht. Es schärft es. Das Gesicht und die erhobene Hand sind stets im Glas präsent, und bei stärkerem Licht vertieft sich der Kontrast einfach, während die Kratzer den Raum um sie herum einfangen und festhalten. Was sich verändert, ist nie Venus, nur der Reflex, der sie umgibt.

Da die Oberfläche verspiegelt ist, werden der Raum, in dem Sie stehen, und Sie selbst darin in dasselbe Blau wie die Göttin gefaltet. Sie schauen nicht so sehr auf Venus, als dass Sie neben ihr stehen, im selben Glas gefangen, Teil desselben aufsteigenden Lichts.

Es liegt eine stille symbolische Ladung darin, sie für dieses Werk zu wählen, eine Göttin, die vor allem für das bekannt ist, was ihr genommen wurde, ein Arm, der der Zeit verloren ging, eine Geschichte, die jahrhundertelang ebenso sehr durch Abwesenheit wie durch Form erzählt wurde. Hier wird dieselbe Logik des Wegnehmens zur eigentlichen Art und Weise, wie sie wieder sichtbar gemacht wird, Beschädigung nicht als Verlust, sondern als Struktur gelesen, und Schönheit, die durch das Weggenommene zurückkehrt, statt durch das Hinzugefügte.

venus-rising-from-the-deep setzt die Art on Mirror-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der gekratzte Bildmotive in farbiges Spiegelglas eingesetzt werden und der Betrachter zum Teil des Werkes wird. Eine visuelle Sprache, in der Beschädigung keine Zerstörung, sondern Struktur ist, und in der der Spiegel das Schauen in Teilnahme verwandelt.

„Sie taucht nicht in Farbe auf, sondern in dem, was das Licht zu behalten erlaubt wurde."

Mehr über den Künstler, den Prozess und die Materialien finden Sie auf der Seite Über uns.

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