The Grip Before the Roar
The Grip Before the Roar
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Es gibt eine Sekunde vor dem Brüllen, und das ist sie. The Grip Before the Roar zeigt Elvis Presley nicht als Spektakel, sondern als aufgestaute Stille, eine Hand um ein Vintage-Mikrofon geschlossen, den Körper mitten in einem Atemzug gefangen, schon in Bewegung, bevor der Ton eintrifft. Dies ist der Augenblick, in dem der Rock and Roll seine Silhouette fand, die Form, die eine Generation erkennen würde, bevor sie den Mann erkannte.
In tiefem Schwarz und leuchtendem Silber ausgeführt, ist das Porträt vollständig aus Chiaroscuro aufgebaut. Gesicht und Hände halten das Licht, scharf gegen das Dunkel gezeichnet, während der offene Kragen und die Schultern in dasselbe absolute Schwarz zurückfallen, das ihn umgibt. Was bleibt, ist Präsenz auf das Wesentliche destilliert, Charisma durch Haltung statt durch Darbietung ausgedrückt, etwas still Rebellisches, fast Sinnliches darin, wie wenig nötig ist, um so viel zu sagen.
Keine Farbe. Kein Druck. Keine Tinte. Das Bild entsteht durch kontrollierte Kratzer, die in die Oberfläche des Acrylglases eingearbeitet sind, jede Spur ein kleiner Akt des Entfernens statt des Hinzufügens. Die Tolle, die Kinnpartie, der Griff am Mikrofon, alles ist durch das gezeichnet, was weggenommen wurde, nicht durch das, was hinzugefügt wurde.
Das Werk ist stets präsent, sichtbar ohne inszeniertes Licht. Licht erzeugt das Bild hier nicht. Es schärft es. Im direkten Licht fängt und reflektiert die Oberfläche, das Silber hebt sich vom Schwarz ab und der Kontrast vertieft sich, verdichtet sich zu Haut, Haar, Schatten. Es liest sich aus verschiedenen Winkeln unterschiedlich, bewegt sich zwischen Klarheit und Stille, ohne das Bild jemals zu verlieren.
Von der anderen Seite eines Raumes betrachtet ist das Porträt monumental, eine Ikone im vollen Maßstab in einem einzigen angehaltenen Atemzug gefangen. Tritt man näher heran, öffnet sich das Bild in seine eigene Entstehung, ein Feld kontrollierter Kratzer, Beweis dafür, dass hier alles geritzt und nicht gemalt wurde. Zwischen diesen zwei Abständen liegt das eigentliche Thema des Werkes, die private Disziplin hinter einer öffentlichen Detonation, der Griff, der unmittelbar vor dem Brüllen kommt.
The Grip Before the Roar setzt die Art with Scratch-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bilder durch kontrollierte Oberflächenbeschädigungen statt durch Pigment oder Druck konstruiert werden. Als Teil einer limitierten Auflage von 10 stellt es die Frage, was von einer Legende übrig bleibt, wenn der Lärm abgezogen und nur die Geste übrig ist. Eine visuelle Sprache, in der Beschädigung keine Zerstörung ist, sondern Struktur.
„Vor dem Brüllen war da nur der Griff."
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