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Tender With Years

Tender With Years

Inkl. Steuern.

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Es gibt Gesichter, in denen Zärtlichkeit keine Sanftheit ist, sondern Ansammlung. Jede Linie in diesem Frauengesicht ist ein Zeugnis, nicht allein von Leid, sondern von allem, was sie gehalten, getragen und still gegeben hat. Sie sitzt mit gefalteten Händen, gefasst, ohne Eile, und das Licht, das auf sie fällt, scheint sein Motiv gefunden zu haben, ohne zu suchen.

Die umgebende Dunkelheit ist absolut. Kein Raum wird angedeutet, keine Welt erstreckt sich über das hinaus, was diese einzelne gerichtete Lichtquelle zu beleuchten bereit ist. Ihre dunkle Kleidung löst sich an den Rändern im Nichts auf, randlos, ohne Abschied. Was bleibt, ist ihr Gesicht, die schlichte Spitze an ihrem Kragen und diese Hände: gefaltet nicht in Kapitulation, sondern in der Art von Stille, die nur ein langes Leben verdient.

Sie entstand nicht durch Farbe, Tinte oder irgendeinen Akt des Hinzufügens. Sie existiert, weil die Oberfläche des Acrylglases durch kontrollierte Oberflächenbeschädigung verändert wurde. Jede Markierung ist eine Subtraktion, die Licht auffängt, bricht und dem Form gibt, was sonst nicht erscheinen würde. Hier wurde nichts platziert. Alles wurde entfernt.

Tender With Years gehört zu Dutch Glory, einer Reihe innerhalb von Art with Scratch von Tijs Dragtsma, in der Bildsprache durch kontrollierte Oberflächenbeschädigung statt durch Pigment oder Druck aufgebaut wird, und in der eben diese Beschädigung zu einem Weg wird, den gewöhnlichen Gesichtern, die eine Ära des Wohlstands zurückgelassen hat, Gewicht und volle Menschlichkeit zurückzugeben.

Aus der Distanz trägt das Werk die Würde einer Museumsleinwand, eine Präsenz, die einen Raum mühelos in ihrem Bann hält. Nähert man sich, enthüllt sich die Oberfläche anders: ein Feld kontrollierter Kratzer, die jeweils nach eigenem Winkel das Licht auffangen, sodass das Bild zwischen Klarheit und Ruhe wechselt, während sich der Betrachter bewegt. Sie bleibt nicht fixiert. Sie erscheint, zieht sich zurück und erscheint erneut.

Dies ist auch die besondere Qualität des Alters: nicht eine einzige Wahrheit, die stillgehalten wird, sondern eine Präsenz, die sich je nachdem, wie nah man steht und welches Licht man mitbringt, anders zeigt. In diesem Werk ist die Beschädigung der Oberfläche nicht das, was sie verbirgt. Es ist das, was sie enthüllt. Eine visuelle Sprache, in der Beschädigung keine Zerstörung ist, sondern Struktur.

„Sie war immer da. Die Oberfläche musste nur lernen, sie durchzulassen."

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