Stardust Remembers a Face
Stardust Remembers a Face
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"Stardust Remembers a Face" beginnt mit der ältesten Form der Kunstgeschichte, einer Marmorbüste, und lässt sie in etwas weit Älteres zerfließen: Staub, zerstreutes Licht, die langsame Architektur eines Nebels. Aus einem absoluten Schwarz heraus sammeln sich Häufungen weißer Spuren und driften auseinander, dicht an manchen Stellen, dünn an anderen, niemals im geordneten Rhythmus eines Gitters. Irgendwo in dieser Anhäufung wartet ein Gesicht.
Keine Farbe. Kein Druck. Keine Tinte. Jede Spur ist in die Oberfläche des Acrylglases geritzt, Wolke für Wolke, bis die Häufungen weniger wie Daten wirken und mehr wie Wetter, wie etwas, das sich geformt hat, anstatt gezeichnet worden zu sein. Es gibt hier keine Umrisse, keine Konturen, die das Abbild festhalten. Das Gesicht wird nur dadurch angedeutet, wo der Staub sich zu sammeln entscheidet.
Aus der Nähe weigert sich das Werk zu entschlüsseln. Treten Sie nah heran und Sie finden ein Feld kontrollierter Kratzer, rastlos und richtungslos, ohne dass eine einzige Spur für sich allein Bedeutung trägt. Treten Sie zurück und die Marmorbüste fügt sich aus derselben Ruhelosigkeit zusammen, monumental, still und seltsam sicher, als wäre sie immer schon dagewesen, wartend auf genügend Abstand, um erkannt zu werden.
Das Bild ist stets präsent, in vollem Licht oder keinem. Das Licht erschafft es nicht, es schärft es. Unter einer direkten Lichtquelle fangen die Kratzer dieses Licht auf und halten es fest, der Kontrast vertieft sich und die Büste scheint zu atmen. Es liest sich aus jedem Winkel anders, ohne je das Gesicht darin zu verlieren.
Dem Werk liegt ein stiller Gedanke zugrunde: dass Ähnlichkeit niemals festgeschrieben ist, dass ein Gesicht aus demselben zerstreuten Material wie eine Galaxie aufgebaut werden und dennoch als jemand erkannt werden kann. Das Gedächtnis funktioniert auf dieselbe Weise, es sammelt ungleichmäßig, dicht an manchen Stellen und fast leer an anderen, und hält dennoch irgendwie einen ganzen Menschen fest.
"Stardust Remembers a Face" setzt die Art with Scratch-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bilder durch kontrollierte Oberflächenbeschädigungen statt durch Pigmente oder Drucke aufgebaut werden. Eine visuelle Sprache, in der Beschädigung keine Zerstörung ist, sondern Struktur.
"Selbst als Staub verstreut erinnert sich ein Gesicht daran, wie es gesehen werden soll."
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