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Slow Pilgrims of Decay

Slow Pilgrims of Decay

Inkl. Steuern.

Demnächst in Auktion

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Auf nassem Stein, unter einem einzigen harten Licht, bewegen sich zwei Schnecken über einen Strauß, der sich bereits seinem eigenen Gewicht ergibt. Die Anemonen sind verwelkt, ihre Blütenblätter falten sich nach innen wie erschöpfte Hände, doch die Schnecken bewegen sich weiter, gemächlich, gleichgültig gegenüber dem Verfall. Slow Pilgrims of Decay hält diesen Moment in tiefem Schwarz-Weiß fest, eine theatralische Stille, in der jede Falte eines sterbenden Blütenblatts und jeder Grat einer Schale in absolutem Kontrast wiedergegeben wird.

Keine Farbe. Kein Druck. Keine Tinte. Das Bild ist in die Oberfläche des Acrylglases geritzt, durch kontrollierten Oberflächenschaden statt durch Pigment aufgebaut. Es wird nicht auf die Oberfläche aufgetragen, es entsteht durch Abtragen, so wie die Zeit selbst auf eine Blume oder eine Schale wirkt.

Die Schnecken sind Pilger im ältesten Sinne, Wesen, die ihre ganze Welt auf dem Rücken tragen und sie ohne die Angst, zu spät anzukommen, durchqueren. Um sie herum ergeben sich die Anemonen der Schwerkraft und der Zeit, doch nichts hier liest sich als Tragödie. Es ist Prozession, Geduld und die merkwürdige Würde der Dinge, die weitermachen, nachdem ihre Blüte vergangen ist.

Das Bild ist stets gegenwärtig, in jedem Licht sichtbar. Unter direktem Licht fangen die Kratzer das Licht und reflektieren es, der Kontrast vertieft sich, der nasse Stein glänzt, die Schalen nehmen einen stillen Glanz an. Es liest sich aus verschiedenen Winkeln anders, ohne je das Bild zu verlieren. Licht erschafft das Bild nicht. Es schärft es.

Von der anderen Seite des Raumes liest das Werk sich als eine einzige theatralische Szene, monumental in seiner Dunkelheit. Tritt man näher heran, löst sich diese Szene in ein Feld kontrollierter Kratzer auf, eine ruhige Oberfläche aus Spuren, die sich erst aus der Distanz zu Schnecken und verwelkten Blumen zusammenfügen. Nähe offenbart Textur, Distanz offenbart Bedeutung.

Slow Pilgrims of Decay setzt die Art with Scratch-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bilder durch kontrollierten Oberflächenschaden statt durch Pigment oder Druck konstruiert werden.

Es ist eine Betrachtung dessen, was es nach dem Verblassen der Schönheit noch wert ist, getragen zu werden, und was sich weiterbewegt, auch wenn alles darum herum nachgibt. Eine visuelle Sprache, in der Schaden keine Zerstörung ist, sondern Struktur.

„Selbst im Verfall geht etwas weiter."

Mehr über den Künstler, den Prozess und die Materialien finden Sie auf der Seite Über uns.

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