Rocking Without a Rider
Rocking Without a Rider
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Der Stuhl schaukelt weiter, und es ist niemand da, der ihn schaukelt.
Auf einer von Dunkelheit verschluckten Veranda hält ein einzelner Stuhl seine Bewegung aufrecht, gefangen zwischen einem Schwung und dem nächsten. Die Dielen darunter sind durch Jahre von Füßen und Witterungseinflüssen verblasst, die nicht mehr vorhanden sind, und ein einzelnes hartes Licht fällt von oben und schneidet die gesamte Szene aus einem tiefen, reinen Schwarz heraus. Es ist ein Porträt der Abwesenheit, aufgebaut aus Stille, oder ihrem Gegenteil, Bewegung ohne jemanden, der sie noch beanspruchen könnte.
Keine Farbe. Kein Druck. Keine Tinte. Der Stuhl, die blasse Maserung der Dielen, der Fall des Schattens in das umgebende Dunkel, all das ist in die Oberfläche des Acrylglases geritzt, durch kontrollierten Oberflächenschaden herausgearbeitet, anstatt darauf aufgetragen. Das Bild existiert, weil Material entfernt wurde, nicht aufgetragen.
Das Bild ist immer vorhanden, selbst in einem schwach beleuchteten Raum. Unter direktem Licht fangen die kontrollierten Kratzer es ein und halten es fest, der Kontrast vertieft sich, und die feine Maserung und der schwebende Staub scheinen etwas länger in der Luft zu verweilen. Licht erzeugt das Bild hier nicht. Es schärft es, und das Werk liest sich aus jedem Winkel anders, ohne jemals zu verlieren, was es zeigt.
Von der anderen Seite eines Raumes betrachtet, fügt es sich in etwas Monumentales und Stilles ein, ein einzelnes Objekt, das eine ganze Veranda in Stille und negativem Raum hält. Tritt man näher heran, löst sich diese Gewissheit in ein Feld feiner, kontrollierter Kratzer auf, die sich erst wieder zum Ganzen fügen, wenn man wieder Abstand nimmt. Zwischen diesen beiden Distanzen liegt das eigentliche Thema des Werkes, was von jemandem übrig bleibt, wenn er gegangen ist.
Rocking Without a Rider setzt die Art with Scratch-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bilder durch kontrollierten Oberflächenschaden statt durch Pigment oder Druck konstruiert werden. Eine visuelle Sprache, in der Schaden keine Zerstörung ist, sondern Struktur.
"Manche Dinge bewegen sich noch lange, nachdem wir sie losgelassen haben."
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