Patience Wears Scales
Patience Wears Scales
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"Patience Wears Scales" beginnt mit einem einzigen Wesen, das stillhält. Ein Chamäleon klammert sich an einem kahlen Ast in einem tiefen schwarzen Nichts fest, seinen Körper nach innen gekrümmt, seinen Schwanz straff aufgerollt, und ein Auge vollständig Ihnen zugewandt. Nichts anderes überlebt im Bildfeld, keine Blätter, kein Boden, kein Horizont, nur das Tier und das Dunkel, und das stille Beharren dessen, das zurückschaut.
Grün trägt das Sujet hier. Es ist die Farbe der Haut des Chamäleons, die Farbe seines alten Tricks, in der Welt um es herum zu verschwinden, und in diesem Werk weigert es sich, irgendetwas zu verbergen. In tiefgrünes farbiges Spiegelglas gegossen, wird es zur Farbe einer bewusst gehaltenen Stille, eines Wesens, das verschwinden könnte und sich stattdessen entscheidet, vollständig sichtbar zu bleiben.
Nichts hier ist auf die Oberfläche gemalt, nichts ist darüber gedruckt. Das Chamäleon, der Ast, das einzelne schauende Auge, all das ist durch kontrollierte Kratzer aus dem farbigen Spiegelglas herausgearbeitet, eine Form, die durch das Weggenommene entsteht, nicht durch das Hinzugefügte.
Von der anderen Seite des Raumes gelesen, wirkt das Bild ganz und ruhig, ein Tier zwischen zwei Atemzügen auf seinem Ast. Treten Sie näher, und dieselbe Stille löst sich in ein Feld kontrollierter Oberflächenbeschädigungen auf, Spur neben Spur, keine davon das Bild für sich allein, alle zusammen das Auge haltend, das Sie hält.
Um und zwischen diesen Spuren arbeitet der Spiegel weiter. Der Raum hinter Ihnen und Ihr eigener Umriss legen sich in das grüne Glas neben das Chamäleon, sodass jeder, der vor dem Werk steht, in es eingefaltet wird. Sie betrachten das Werk nicht nur, Sie erscheinen darin, und teilen das Dunkel mit dem Wesen, das bereits zurückschaut.
Das Chamäleon verlässt nie seinen Platz. Es hält seine Stelle im Glas, bei Tageslicht wie im Schatten. Licht erzeugt das Bild nicht, es schärft es, vertieft den Kontrast entlang jedes Kratzers, bis der Ast, der aufgerollte Schwanz und dieses feste Auge mit mehr Glanz und mehr Tiefe hervortreten. Gehen Sie durch den Raum, und die Reflexion um das Werk herum verschiebt sich. Das Bild selbst nicht.
"Patience Wears Scales" setzt die Art on Mirror-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der gekratzte Motive in farbiges Spiegelglas eingeschrieben werden und der Betrachter Teil des Werkes wird. Eine visuelle Sprache, in der Beschädigung keine Zerstörung ist, sondern Struktur, und in der der Spiegel das Schauen in Teilhabe verwandelt.
"Es versteckt sich nicht. Es hat einfach gewartet, bis Sie bemerken würden, wie lange es Sie bereits angeschaut hat."
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