One Steps From the Multitude
One Steps From the Multitude
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One Steps From the Multitude beginnt mit Wiederholung. Hunderte identischer Figuren stehen Schulter an Schulter, dasselbe blasse Gesicht wiederholt, bis es nicht mehr als Gesicht lesbar ist, sondern als Muster, als Mauer, als eine einzige dunkle Masse, aufgebaut aus unzähligen kleineren Gleichen.
Dann, am äußersten Rand dieser Formation, dreht sich eine Figur um. Ein Fuß hebt sich von der Linie. Eine Schulter neigt sich dem offenen Weiß jenseits der Menge zu. Nichts trennt diese Figur von den Hunderten hinter ihr außer der Entscheidung, sich zu bewegen.
Vom anderen Ende des Raums liest sich das Werk wie Architektur, ein dichtes schwarzes Feld, das gegen eine leere Seite drückt. Tritt man näher heran, öffnet sich dieses Feld zu etwas völlig anderem, einer Oberfläche, aufgebaut aus kontrollierten Kratzern. Keine Farbe. Kein Druck. Keine Tinte. Das Bild ist in die Oberfläche des Acrylglases geritzt, in jeder Art von Licht präsent, auf nichts wartend.
Licht erschafft dieses Bild nicht. Es schärft es. Unter einer direkten Lichtquelle vertieft sich der Kontrast, die Menge gewinnt Gewicht, und die sich entfernende Figur fängt einen dünnen, kalten Schimmer auf, den die anderen nicht teilen. Das Werk liest sich aus verschiedenen Winkeln unterschiedlich, ohne das Bild je zu verlieren.
Das Sujet ist eine alte, stille Angst: einer von Hunderten zu sein, ununterscheidbar, eingefaltet in eine Linie, die bereits entschieden hat, wohin sie geht. Und eine alte, stille Hoffnung: dass Aufbrechen noch möglich ist, dass eine einzige Figur noch den Ausgang statt der Formation wählen kann.
One Steps From the Multitude setzt die Art with Scratch-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bildwelten durch kontrollierte Oberflächenbeschädigungen anstelle von Pigment oder Druck konstruiert werden. Dieses Werk ist ein Unikat.
„Unter Hunderte gezählt zu werden ist Sicherheit. Zur Seite zu treten ist der Beginn eines Selbst."
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