Gravity Chose Wrong
Gravity Chose Wrong
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Eine Gestalt geht über einen Wüstenboden, der kein Ende hat. Der Himmel hält nichts als Stille. Steine schweben in der Luft, wo sie nicht sein sollten. Schatten strecken sich weit über das hinaus, was irgendeine Lichtquelle rechtfertigen könnte. Mit dieser Welt stimmt etwas grundlegend nicht, und die Gestalt geht weiter.
Gravity Chose Wrong ist ein zeitgenössisches Kunstwerk über Schwebe, Widerstand und die stille Beharrlichkeit des Voranschreitens, wenn die Welt um einen herum ihren eigenen Regeln nicht mehr folgt. Die Gestalt blickt nicht zu den schwebenden Steinen auf. Sie hält nicht an. Sie geht weiter, durch eine Landschaft, in der die Physik sich still ergeben hat, und wo der Akt des Gehens zu etwas wird, das dem Widerstand nahekommt.
Das Bild erscheint nicht durch Farbe, Druck oder Tinte. Es entsteht durch kontrollierte Oberflächenbeschädigung auf Acrylglas. Kein Pigment wurde hinzugefügt. Keine Farbe wurde aufgetragen. Die Gestalt, die Schatten, die schwebenden Steine existieren, weil die Oberfläche verändert wurde. Kontrollierte Kratzer, jeder das Licht auf andere Weise einfangend, enthüllen die Szene allmählich, während der Betrachter um das Werk herumgeht.
Wenn das Licht sich verschiebt, atmet das Bild. Aus einem Winkel steht die Gestalt vollständig präsent, scharf und still. Aus einem anderen beginnt sie sich im Glas aufzulösen und wird fast zu nichts. Dieser Wechsel zwischen Helligkeit und Zurückhaltung ist nicht zufällig. Er ist die Spannung, auf der das Werk aufgebaut ist.
Aus der Distanz ist die Komposition monumental. Filmisch, minimal, psychologisch still. Tritt man näher heran, weicht die Gestalt einer Oberfläche aus kontrollierten Spuren, einem Feld von Kratzern, wo die Szene einmal war. Beide Wirklichkeiten sind gleichzeitig wahr.
Der Dalí-Einfluss zeigt sich nicht im Ornament, sondern in der Atmosphäre. Die Regeln werden sanft gebrochen. Das Falsche ist still. Die Spannung kündigt sich nicht an, sondern setzt sich langsam fest, so wie ein langer Schatten es tut, der sich weiter streckt als er sollte, über einen Boden, der kein Ende hat.
Dieses Werk setzt die Art with Scratch-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bildsprache durch kontrollierte Oberflächenbeschädigung anstelle von Pigment oder Druck konstruiert wird. Eine visuelle Sprache, bei der Beschädigung keine Zerstörung ist, sondern Struktur.
„Wenn die Schwerkraft versagt, erfährt man, worauf man wirklich zugelaufen ist."
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