Frida in the Green
Frida in the Green
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Frida Kahlo braucht kein Namensschild. Die geflochtene Blumenkrone, die zusammengewachsenen Brauen, der direkte Blick, ein einziger Blick genügt. In Frida in the Green ist dieses Gesicht weder gemalt noch gedruckt. Es ist als ein Feld einzelner Spuren in tiefgrünem farbigem Spiegelglas geformt, sodass das Bild aus der Oberfläche selbst aufzusteigen scheint.
Das Haar, die Brauen, die Blumen an ihren Ohren und das Muster ihrer Bluse verdichten sich zu hellem, feinem Licht vor einem Spiegel, der ansonsten ein tiefes, stilles Grün bewahrt. Rund um dieses Licht hält das Gesicht seinen Schatten, die unberührten Teile treten in die Farbe zurück, dunkel und still. Das Bild lebt in diesem Unterschied, in dem, was strahlen darf, und in dem, was in seiner Stille verharren darf.
Grün trägt hier seine eigene Ladung. Es ist die Farbe des Wachstums und des Gartens, zu dem sie immer wieder zurückkehrte, die Farbe eines Lebens, das trotz des Schmerzes behauptet wurde, und es legt sich um ihr Porträt wie die Stille in einem Raum, nachdem alles andere gesagt worden ist.
Da die Oberfläche aus farbigem Spiegelglas besteht, ist der Raum um das Werk nie von ihm abwesend. Wände, andere Gemälde, die vorbeigehenden Menschen, all das senkt sich in das Grün zwischen und um die Spuren, sodass, wer vor Frida in the Green steht, für einen Moment ebenfalls Teil ihres Porträts wird.
Das Bild wartet nicht auf Licht, um zu existieren. Es ist in einem stillen Raum ebenso vorhanden wie unter einem einzigen gerichteten Strahl, stets präsent in der Oberfläche. Licht erschafft es nicht, es schärft es. Unter stärkerem Licht fängt das Feld der Spuren und verdichtet sich, der Kontrast vertieft sich, das Spiegelbild um sie herum verändert sich, während das Porträt selbst standhält.
Frida in the Green setzt die Art on Mirror-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der gekratzte Bildsprache in farbiges Spiegelglas eingebracht ist und der Betrachter Teil des Werkes wird. Eine visuelle Sprache, in der Beschädigung keine Zerstörung ist, sondern Struktur, und in der der Spiegel das Schauen in Teilnahme verwandelt.
„Sie blickte zurück, lange bevor jemand es wagte, sie wirklich anzusehen."
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