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David in the Green

David in the Green

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David in the Green bringt Michelangelos berühmtesten Kopf in ein Material, das es in Florenz nicht gibt: tiefgrünes farbiges Spiegelglas, geritzt statt gemeißelt. Die Dreivierteldrehung bleibt erhalten, die gerunzelte Stirn, die marmornen Locken, der Blick, der irgendwo knapp hinter dem Betrachter haftet, all das geformt nicht durch Hinzufügung, sondern durch Abtragung, ein Feld einzelner Spuren, die Jahrhunderte von Meißelarbeit vertreten.

Grün trägt hier sein eigenes Gewicht. Es ist die Farbe der Patina, von Bronze und Stein, die lang genug überlebt haben, um mit dem Alter ihre Farbe zu wechseln, und es legt sich über David, wie die Zeit sich über jedes Denkmal legt, das seinen eigenen Moment überdauert hat. Der Jüngling, der einst für den Widerstand einer Stadt stand, steht nun in einer Farbe, die von Ausdauer spricht statt von Triumph.

Keine Farbe, kein Druck, kein Pigment. Das Bild ist in die Oberfläche des farbigen Spiegelglases geritzt, und es bleibt dort, präsent mit oder ohne direktes Licht. Was das Licht hinzufügt, ist nicht das Bild selbst, sondern seine Tiefe: unter einer stärkeren Lichtquelle fangen die Ritzen das Licht ein und halten es, der Kontrast vertieft sich, die Locken scheinen sich in ihrem eigenen Schatten zu drehen. Licht erschafft das Bild nicht. Es schärft es.

Von der anderen Seite des Raumes löst sich der Kopf zu etwas Monumentalem auf, eine einzelne dunkle und helle Masse, die sofort erkennbar ist. Aus der Nähe löst sich diese Gewissheit in ein Feld feiner Ritzen auf, einzeln und eigenwillig, die erst aus der Distanz einwilligen, ein Gesicht zu werden. Zwischen diesen beiden Lesarten lebt das Werk eigentlich.

Weil der Grund Spiegel ist und keine Wand, tritt der Raum immer wieder in das Werk ein. Wer vor David steht, wird in die Oberfläche um die Büste hineingezogen, schwach anwesend zwischen den Spuren, beobachtet von einem Gesicht, das selbst seit fünf Jahrhunderten beobachtet wird. Das Werk zu betrachten wird zu einer Weise, darin zu stehen.

David in the Green setzt die Art on Mirror-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der geritzte Bildmotive in farbiges Spiegelglas eingebettet werden und der Betrachter Teil des Werks wird. Eine visuelle Sprache, in der Beschädigung keine Zerstörung ist, sondern Struktur, und in der der Spiegel das Betrachten in Teilnehmen verwandelt. Dieses Werk ist ein Unikat.

"Manche Gesichter werden einmal gemeißelt und für immer erinnert. Dieses ist in Grün geritzt, und bittet darum, erneut betrachtet zu werden."

Mehr über den Künstler, den Prozess und die Materialien finden Sie auf der Seite Über uns.

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