Bowie Through Three Lifetimes
Bowie Through Three Lifetimes
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David Bowie war nie ein einziges Gesicht. Er war eine Abfolge von Gesichtern, jedes abgestreift wie eine Haut, damit das nächste existieren konnte. Dieses Werk wählt nicht zwischen ihnen. Es hält drei zugleich, auf einer einzigen, durchgehenden Oberfläche, sodass der Mann hinter den Personas in dem Raum sichtbar wird, wo sie sich treffen.
Links schneidet ein diagonaler Streifen durch ein junges, bemaltes Gesicht, die Augen starr und trotzig. In der Mitte ist die Farbe verschwunden und der Blick ist ruhiger geworden, suchender. Rechts hat sich das Profil in die Stille gefügt, das Haar blass, das Gesicht halb in den Schatten gewandt. Zwischen ihnen gibt es keine harte Grenze. Ein Gesicht löst sich in das nächste auf, so wie Erinnerung sich in Mythos auflöst.
Es ist ein passendes Sujet für Art with Scratch. Keine Farbe. Kein Druck. Keine Tinte. Das Bild wird nicht auf die Oberfläche aufgetragen, es wird in die Oberfläche des Acrylglases geritzt, ein Feld aus einzelnen Spuren statt einer Fotografie. Wo die Oberfläche bearbeitet wurde, erhebt sich ein Gesicht ins Licht. Wo sie unberührt geblieben ist, hält das Schwarz stand, und die anderen Leben warten still darum herum.
Das Bild ist immer vorhanden, mit oder ohne direktes Licht. Was Licht bewirkt, ist es zu schärfen. Unter einem steileren Winkel fangen die Kratzer das Licht ein und der Kontrast vertieft sich, sodass die drei Gesichter sich trennen und wieder vereinen, während das Auge über sie gleitet. Es liest sich aus verschiedenen Winkeln anders, ohne das Bild jemals zu verlieren. Licht erschafft das Bild nicht. Es schärft es.
Von der anderen Seite des Raums lesen sich die drei Gesichter als ein einziges monumentales Porträt. Aus der Nähe zerfällt dieses Porträt in ein Feld feiner Kratzer, Beweis einer Oberfläche, die bearbeitet statt bemalt wurde. Diese Verschiebung, von Distanz zu Detail, von Ikone zu Material, spiegelt das Sujet selbst wider, ein öffentliches Gesicht, aufgebaut aus einem Leben privater Neuerfindung.
Bowie Through Three Lifetimes setzt die Art with Scratch-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bilder durch kontrollierten Oberflächenschaden statt durch Pigment oder Druck konstruiert werden. Hier wird eben dieser Schaden zu einem Weg, mehrere Ichs in einem einzigen Bild zu halten, ohne zu fragen, welches das wahre war.
"Jedes Gesicht, das er trug, war wahr. Dieses hält sie alle auf einmal."
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