Bowie Emerges From Shadow
Bowie Emerges From Shadow
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Eine Hälfte dieses Gesichts ist noch vom Dunkel beansprucht. Die andere Hälfte ist bereits vorgetreten, gefangen in einem einzigen Lichteinfall, der den Wangenknochen, die Braue, das feste und ruhige Auge herausarbeitet. Dies ist David Bowie auf dem Höhepunkt seiner Neuerfindung der späten Siebziger, nicht auftretend, einfach präsent, und das Bild stellt dieselbe Frage, die seine Karriere immer gestellt hat. Wer tritt hervor, und wer ist noch im Werden.
Keine Farbe. Kein Druck. Keine Tinte. Die Ähnlichkeit ist in die Oberfläche des Acrylglases geritzt, durch kontrollierte Oberflächenbeschädigung statt durch Pigment aufgebaut, sodass das Porträt als Subtraktion statt als Addition existiert. Aus der Entfernung eines Raums betrachtet, liest es sich als ein einziges monumentales Gesicht, das sich aus dem Schwarz herausdrückt. Tritt man näher heran, löst sich dieses Gesicht in ein dichtes Feld kontrollierter Kratzer auf, jeder eine kleine Abwesenheit, die zusammen eine Präsenz ergibt.
Das Bild ist immer da, in jedem Licht. Aber Licht ist hier nicht passiv. Unter einer direkten Lichtquelle fangen die Kratzer ihren eigenen schwachen Schimmer auf und werfen ihn zurück, die Schattenhälfte des Gesichts vertieft sich, und die beleuchtete Hälfte schärft sich zu etwas fast Architektonischem. Licht erzeugt dieses Bild nicht. Es schärft es.
Bowie baute eine Karriere auf Schwellen auf, auf dem Moment, in dem eine Identität der nächsten weicht, während seine Augen unverkennbar die seinen bleiben. Dieses Werk hält genau diesen Augenblick fest. Ein Gesicht halb der Dunkelheit hingegeben, halb bereits angekommen, und eine Oberfläche, die einen nie entscheiden lässt, welcher Zustand dauerhaft ist.
Bowie Emerges From Shadow setzt die Art with Scratch-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bildmaterial durch kontrollierte Oberflächenbeschädigung statt durch Pigment oder Druck konstruiert wird. Dieses Werk ist einzigartig.
„Manche Gesichter werden nicht gemalt. Sie werden freigelegt."
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