A Scoop Crowned in Embers
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Ein hohes Sodaglas erhebt sich aus dem Dunkel, seine Kugel Sahne angehoben wie eine kleine Flamme, mitten im Flackern erstarrt. Der Strohhalm lehnt sich in einem Winkel vor, fängt einen einzelnen Lichtstrahl auf, und für einen Moment liest sich die gesamte Komposition wie eine private, theatralische Pause, ein Genuss, schwebend zwischen Wollen und Haben.
Hier ist nichts gedruckt oder gemalt. Das Bild ist in die Oberfläche von tiefrotem farbigem Spiegelglas geritzt, geformt durch Wegnahme statt durch Hinzufügung, ein Feld einzelner Spuren aus dem Material gezogen, bis das Glas selbst beginnt, in der Form des Glases und seiner Sahne zu leuchten. Rot trägt den Appetit in diesem Werk, die Wärme von etwas Süßem, das gerade außer Reichweite gehalten wird, Glut statt Eis.
Grobe, comichafte Punkte sammeln sich entlang der Kurve des Glases und dem Schatten, den es wirft, als Echo der Rastertechnik alter Romance- und Kriegspanele, während der Rest der Szene dem umgebenden Rot überlassen bleibt, unberührt und dunkel. Der Kontrast ist die Geschichte, ein einzelnes beleuchtetes Objekt in einem Raum, der sonst nichts preisgibt.
Da es sich um farbiges Spiegelglas handelt, tritt der Raum immer wieder in das Werk ein. Wände, Leuchtkörper, wer auch immer davor steht, all das erscheint schwach rund um und zwischen den Ritzen, sodass der Betrachter Teil der Komposition wird, anstatt jemand zu sein, der sie von außen betrachtet.
Licht erschafft dieses Bild nicht. Es schärft es. Die Kugel und ihr Strohhalm sind stets in der Oberfläche präsent, und unter gerichtetem Licht vertieft sich der Kontrast, die Ritzen fangen ihren Glanz ein und halten ihn fest, während sich nur die Reflexion um sie herum mit dem Raum verändert.
Von der anderen Seite eines Raumes betrachtet liest sich das Sodaglas als eine monumentale, leuchtende Form. Tritt man näher heran, löst es sich in ein Feld feiner Ritzen auf, jede klein und präzise, die dasselbe Bild aus nichts als kontrollierter Oberflächenbeschädigung aufbauen.
Dieses Werk setzt die Art on Mirror-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der geritzte Motive in farbiges Spiegelglas eingebettet sind und der Betrachter Teil des Werks wird. Eine visuelle Sprache, in der Beschädigung keine Zerstörung ist, sondern Struktur, und in der der Spiegel das Betrachten in Teilnahme verwandelt.
"Ein kleines Vergnügen, gehalten im Licht, bevor es schmilzt."
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