A Ribbon of White Falling
A Ribbon of White Falling
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Sie lehnt sich aus dem Schwarz hervor, gefangen im Augenblick, bevor der Eimer leerläuft. Ihr Kopftuch, ihr Gesicht, die Wendung ihrer Schultern treten zuerst hervor, ein stilles Feld von Punkten, die sich zu einer Gestalt verdichten, die vollkommen gegenwärtig und vollkommen still ist.
Was das Werk bewahrt, ist die Arbeit ihrer Hände und das Gewicht ihrer Aufmerksamkeit: das Tuch, das ihr Haar umhüllt, die Falte ihres Kragens, die Unterarme, die auf dem Rand ruhen, während sie dem Ausgießen zusieht. Dies ist aus Tiefe aufgebaut, nicht durch Addition, ein Feld einzelner Zeichen, die für Form stehen, so wie die Erinnerung für einen bereits vergangenen Moment steht.
Was es loslässt, ist fast alles andere. Der Raum hinter ihr hat keine Wände, kein Fenster, keinen Boden, nur die Dunkelheit, auf der jedes Void-Werk besteht. Selbst die Milch, der eigentliche Grund für ihre Geste, darf fast verschwinden, einige verstreute Punkte zeichnen nach, wo einst ein weißes Band fiel, bevor die Oberfläche es vorzieht, nichts mehr zu sagen.
Der Rand des Bottichs ist der einzige Ort, der ununterbrochenes Licht hält, ein heller Ring, der die gesamte Komposition umkreist, während das, was darin liegt, die gesammelte Milch, die Tiefe des Gefäßes, völlig dem Schwarz überlassen wird. Das Ding, das ausgegossen wird, wird zum Ding, das zurückgehalten wird, und dieses Zurückhalten ist das Bild.
Von der anderen Seite des Raumes liest sich das Werk als eine einzige dunkle Ebene, monumental und still, die kaum die Gestalt ankündigt, die sie hält. Erst beim Näherkommen öffnet es sich in ein Feld der Tiefe, Punkt für Punkt, die Milchmagd erscheint wieder, wenn sich das Licht verschiebt und das Auge sich nähert.
Unter der häuslichen Geste liegt eine ältere Geschichte, die stille Würde unsichtbarer Arbeit, Nahrung gegeben ohne Zeremonie, ein Ritual, das so oft wiederholt wird, dass es in Gewohnheit übergeht, anstatt bemerkt zu werden. Dieses Werk führt die Art with Void-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bilder durch Tiefe und Abwesenheit aufgebaut werden, anstatt durch Farbe oder Druck. Eine visuelle Sprache, in der Abwesenheit keine Leere ist, sondern Anwesenheit.
„Was sie ausgießt, wird das Werk nicht bewahren. Was sie ist, hält es zur Gänze."
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