A Kiss Wrapped in Linen
A Kiss Wrapped in Linen
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Zwei Gestalten stehen in Leinen gehüllt, am genauen Punkt eines Kusses ineinander gefaltet. Hier gibt es keine Gesichter, nur die Form der Zärtlichkeit, die Neigung zweier Köpfe, die sich begegnen, das Gewicht von Armen, die nah herangezogen werden. Stoff hat Züge und Ausdruck ersetzt, und die Intimität wird dadurch auf seltsame Weise nur stärker.
Das Bild ist nicht auf das Acrylglas gedruckt, es ist aus dem aufgebaut, was weggenommen wurde. Keine Farbe. Kein Druck. Keine Tinte. Ein Feld feiner Kratzer befindet sich direkt in der Oberfläche, und aus dieser Abnahme treten die Liebenden hervor, gefaltetes Tuch, das als helle Kanten aufleuchtet, der Raum um sie herum in tiefem Schwarz belassen.
Von der anderen Seite des Raumes liest sich das Werk als eine einzige monumentale Geste, zwei Körper, die zu einer einzigen umarmenden Form verschmolzen sind. Tritt man näher heran, löst sich diese Form in ein Feld einzelner Markierungen auf, jede für sich klein, keine für sich allein dekorativ, alle dem Ganzen notwendig.
Das Bild ist stets präsent, bei Tageslicht oder im Schatten. Das Licht erschafft es nicht, es schärft es. Unter einer direkten Lichtquelle fangen die Kratzer das Licht und halten es fest, der Kontrast vertieft sich, und das Leinen scheint zu atmen. Geht man um das Werk herum, liest es sich aus jedem Winkel anders, ohne den Kuss in seinem Mittelpunkt je zu verlieren.
Verhüllte Köpfe tilgen Ähnlichkeit, Alter, sogar das Geschlecht, bis nur noch der Akt des Liebens übrig bleibt, der Instinkt zu halten und gehalten zu werden. Es ist ein stilles Argument dafür, dass Intimität kein Gesicht braucht, um erkannt zu werden, nur eine Geste, die sich wiederholt, Generation für Generation, in Leinen, im Licht, in zwei Menschen, die die letzte Distanz zwischen sich überbrücken.
A Kiss Wrapped in Linen setzt die Art with Scratch-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bildwelten durch kontrollierte Oberflächenschäden statt durch Pigment oder Druck aufgebaut werden.
"Manche Umarmungen brauchen kein Gesicht, um verstanden zu werden."
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