A Hip Tilts Into Silence
A Hip Tilts Into Silence
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Sie steht in jener uralten Wendung, zu der Bildhauer seit Jahrhunderten immer wieder zurückgekehrt sind, das Gewicht auf einer Hüfte ruhend, das Gewand von einer Schulter gleitend, als wäre sie mitten im Atemzug eingefroren. Die Haltung spricht, bevor irgendetwas anderes es tut, Ruhe und Spannung im selben Körper, Eleganz aufgebaut aus etwas so Einfachem wie dem Ort, an dem das Gewicht liegt.
Eine einzige, harte Lichtquelle fällt von oben und schält sie aus einem Schwarz heraus, das so tief ist, dass es zu seiner eigenen Art von Stille wird. Es gibt hier keinen Raum, keinen Horizont, nichts außerhalb ihrer eigenen Präsenz. Feines Korn und treibende Staubpartikel hängen in dieser Dunkelheit wie etwas Erinnerndes statt Gesehenes und verleihen dem gesamten Bild die Stille des Ateliers eines alten Meisters am Ende des Tages.
Keine Farbe. Kein Druck. Keine Tinte. Das Bild ist in die Oberfläche des Acrylglases geritzt, durch Entfernen statt Hinzufügen aufgebaut, eine Figur, die aus dem Weggenommenen entsteht, nicht aus dem Hinzugefügten.
Das Werk ist stets präsent, ob im Tageslicht oder in einem abgedunkelten Raum. Licht erschafft das Bild nicht, es schärft es. Unter einer direkten Lichtquelle fangen die kontrollierten Kratzer das Licht ein und halten es, der Kontrast vertieft sich, die Falten des Gewandes gewinnen an Gewicht und der Schatten gewinnt an Tiefe. Es liest sich aus jedem Winkel anders, ohne je die Figur in seinem Zentrum zu verlieren.
Aus der Ferne ist sie ganz, monumental, festgehalten in jenem einzigartigen, unwiederbringlichen Kippen des Körpers. Tritt man näher heran, öffnet sie sich zu einem Feld kontrollierter Oberflächenschäden, feinen Spuren, die sich erst dann wieder zu einer Frau fügen, wenn man zurücktritt. Dieser Wechsel, zwischen dem Intimen und dem Immensen, ist es, was dem Werk seine Anziehungskraft verleiht.
Es liegt etwas still Widerspenstiges in ihrer Reglosigkeit, eine Hüfte, die nicht zur Schau, sondern zum Gleichgewicht geneigt ist, eine Schulter, die nicht für das Spektakel, sondern für die Wahrheit entblößt ist. Sie hält ihre Stille so, wie alte Gemälde die ihre halten, nicht leer, sondern voll von allem, was unausgesprochen geblieben ist.
A Hip Tilts Into Silence setzt die Art with Scratch-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bildsprache durch kontrollierte Oberflächenschäden statt durch Pigment oder Druck aufgebaut wird. Eine visuelle Sprache, in der Schaden keine Zerstörung ist, sondern Struktur.
"Manche Körper müssen nicht sprechen. Ihre Haltung sagt bereits genug."
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