A Cathedral on Trembling Legs
A Cathedral on Trembling Legs
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A Cathedral on Trembling Legs öffnet sich in beinahe völliger Dunkelheit, und aus dieser Dunkelheit hebt ein einziges Feld kontrollierter Kratzer einen Kirchturm ins Licht. Das Mauerwerk leuchtet zuerst auf, scharf und klar gegliedert, während das Wesen darunter, ein Elefant auf Beinen, die zu dünn sind für das, was er trägt, kaum vorhanden ist, einige wenige Linien, die seinen Kopf und Rüssel aus dem Schwarz halten.
Keine Farbe. Kein Druck. Keine Tinte. Das Bild ist in die Oberfläche des Acrylglases geritzt, und es ist zu jeder Stunde des Tages präsent. Licht erschafft es nicht. Es schärft es: auf eine Lampe oder ein Fenster gerichtet, gewinnt der Turm mehr Tiefe, mehr Glanz, während der Körper des Tieres dort bleibt, wo er hingehört, im Schatten, im Zweifel.
In der Komposition steckt eine Art Schwindel. Eine Kathedrale soll auf dem Boden stehen, auf Jahrhunderten von Boden, nicht auf den zitternden Beinen eines Lebewesens. Hier wurde dem Monument ein Körper gegeben, und dieser Körper kann es kaum tragen. Was aus der Ferne wie eine feierliche Prozessionsfigur wirkt, wird aus der Nähe zu einem Argument über Gewicht, darüber, was die Geschichte von denen verlangt, die sie tragen, und wie dünn die Beine unter jeder Institution sich erweisen können.
Das Gesicht des Elefanten, geduldig und sanft beleuchtet, ist der einzige Teil des Tieres, dem wirkliche Klarheit zugestanden wird. Alles andere, die Beine, der lange Fall des Rüssels zur Erde, die Rippen unter dem Fundament des Turms, ist eher Andeutung als Beschreibung. Das ist die Disziplin dieser Serie, ein Bild, das durch das Entfernen von Material entsteht statt durch das Hinzufügen, sodass das, was bleibt, weniger gezeichnet als aufgedeckt wirkt, als hätte das Licht die ganze Zeit unter der Oberfläche gewartet.
A Cathedral on Trembling Legs setzt die Art with Scratch-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bildsprache durch kontrollierte Oberflächenbearbeitung anstelle von Pigment oder Druck aufgebaut wird. Aus dem anderen Ende eines Raumes betrachtet liest es sich als einsame Silhouette, die einen Turm in die Dunkelheit trägt. Aus der Nähe betrachtet löst es sich in ein Feld einzelner Spuren auf, jede davon Teil desselben angehaltenen Atems.
Dieses Werk ist ein Unikat.
„Sogar Monumente lernen, auf geliehenen Beinen zu gehen."
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