A Body Built as Cathedral
A Body Built as Cathedral
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a-body-built-as-cathedral öffnet die menschliche Form so, wie ein Kirchenschiff sich dem Licht öffnet. Der Muskel wird zurückgezogen wie eine Draperie, die von einer Kapellenwand gelöst wird, und was darunter steht, ist kein Fleisch, sondern Struktur, Rippen, die in gewölbten Bögen aufsteigen, eine Wirbelsäule, die sich durch den Körper windet wie eine Treppe, die eine Seele nach oben trägt und nicht einen Menschen.
Keine Farbe. Kein Druck. Keine Tinte. Das Bild wird nicht auf die Oberfläche aufgebracht, es ist in sie geritzt, ein Feld kontrollierter Kratzer, in Acrylglas gearbeitet, bis Anatomie als Architektur lesbar wird.
Das Bild ist immer präsent, sichtbar, ob der Raum düster oder direkt beleuchtet ist. Das Licht erschafft es nicht. Es schärft es, vertieft den Kontrast, bis die Rippen wie Mauerwerk wirken und die Wirbelsäulentreppe sich ein wenig weiter ins Dunkel zu drehen scheint.
Die Anatomie der Renaissance betrachtete den Körper einst so, wie Baumeister Kathedralen betrachteten, als Beweis, dass etwas so Komplexes, so Tragendes, nur entworfen worden sein konnte. Hier kehrt diese Ehrerbietung zurück. Die geöffnete Brust liest sich wie ein Rippengewölbe, die Wirbelsäule wie eine Wendeltreppe, die irgendwohin führt, das unsichtbar bleibt, und die gesamte Figur steht wie ein Bauwerk, das noch immer geweiht wird.
Von der anderen Seite des Raums hält die Figur stand wie ein Monument, ruhig und aufrecht im Dunkel. Tritt man näher heran, löst sich das Monument in ein Feld einzelner Spuren auf, jede ein kleiner, bewusster Akt der Entfernung, keine von ihnen allein das Bild, alle zusammen der Körper.
a-body-built-as-cathedral setzt die Art with Scratch-Serie von Tijs Dragtsma fort, in der Bildwelten durch kontrollierte Oberflächenbeschädigungen anstelle von Pigmenten oder Druck aufgebaut werden, eine visuelle Sprache, in der Beschädigung keine Zerstörung ist, sondern Struktur.
"Ein Körper, geöffnet wie eine Kathedrale, und ebenso gebaut, um zu überdauern."
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